Schoenenbourg - Mai 1940


Am 14. Mai eröffnet das Werk mit seinen 7,5 cm Kanonen das Feuer und gibt 80 Schuss auf die 3 km südlich von Wissembourg gelegene St-Rmy Mühle ab. Am Abend belegen sie mit ihrem Feuer die Operationsbasis im Mundat, westlich von Wissembourg. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten : ein 28 cm Eisenbahngeschütz feuert 13 Schuss auf das Festungswerk ab.

Das Geschütz hat seine Stellung in Bundenthal im Pfälzer Wald, 16,5 km von Schoenenbourg entfemt, und befindet sich somit ausserhalb der Reichweite der Festungsartillerie.

Am Nachmittag des 15.Mai gibt dieses Geschütz noch einmal 20 Schuss ab. Die Bilanz ist aber nicht beachtenswert : einige Panzerschienen sind herausgerissen und es ist eine Öffnung im Panzerhindernis von ungefähr 5 m entstanden. Auf dem Gelände der Festung befinden sich 7 m breite und 3 m tiefe Trichter.

Am 16. Mai ändert das 28 cm Geschütz sein Ziel, aber mehrere 10,5 cm Geschütze treten an seine Stelle. lm Laufe des Nachmittags machen die Beobachtungsposten eine Abteilung dieser 10,5 cm Kanonen westlich von Wissembourg aus. Die 7,5 cm Kanonen von Schoenenbourg belehren sie sofort, dass man die Festung nicht ungestraft angreifen kann.


der Block 3

Wahrscheinlich hat man auf deutscher Seite diese Lektion auch verstanden, denn die deutsche Artillerie schränkt ihren Beschuss ein. Am 19. Mai wird Schoenenbourg wieder ein wenig beschossen. Am 20. Mai eröffnen die 7,5 cm Kanonen der Blöcke 3 und 4 das Feuer auf Beobachtungsflugzeugevom Typ Henschel 126, die die Vorposten überfliegen. Auch die Nachbarwerke Hochwald und Four--Chaux beteiligen sich an der Fliegerabwehr, obwohl Luftverteidung mit den Waffen der Maginotwerke nicht vorgesehen war.

Neuer Beschuss am 26. Mai. Diesmal sind es 30 Granaten vom Kaliber 15 cm, die auf dem Gelände der Festung einschlagen. Eine Granate explodiert vor der Panzerkuppel von Block 5 direkt unter der Scharte. Dem Beobachter Moreau wird durch den Explosionsdruck das Episkop direkt an den Kopf geschleudert. Er ist auf der StelIe tot. Es ist der einzige Tote in Schoenenbourg, der durch eine Kampfhandlung zu beklagen ist.

ln der Nacht vom 27. zum 28. Mai wird das Werk mit 8000 7,5 cm Granaten beliefert, die die schon angebrochenen Munitonsreserven der Magazine M2 vervollständigen. Die Vorkriegsvorschriften sind vergessen ; die Munitionskammern quellen über.



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