Die defensive Strategie Frankreichs


Entgegen der weit verbreiteten Meinung, haben Frankreich, Großbritannien und Polen 1939 und 1940 Streitkräfte mobilisiert, die im wesentlichen denen der Deutschen entsprachen. Den Unterschied zwischen den Truppen bestimmte die Qualität des Materials und vor allem seine Nutzung, worin die Deutschen den Alliierten überlegen waren.


Die beiden Gegner besaßen nicht dieselbe Entschlossenheit. Die deutsche Bevölkerung, streng abgerichtet, getrimmt durch die Propaganda, formierte sich um ihren Führer. Die Polen zogen mit Leidenschaft in den Krieg. Die Briten waren entschlossen, mehr nicht. Die Franzosen jedoch, unterwandert durch den Pazifismus und vollkommen gespalten in politischer Hinsicht, konnten es nur schwer hinnehmen "für Danzig" und für Polen zu sterben. Dies erklärt ihre Passivität während dem "Sterben Polens".


Unvorbereitet auf einen Krieg gegen Deutschland, versuchten die Franzosen und Briten Zeit zu gewinnen. Sie warteten die Modernisierung der französischen Armee, die Ergebnisse der Seeblockade gegen Deutschland und die Kriegserklärungen ihrer Kolonialreiche ab. Sie hofften, dass sich in den Vereinigten Staaten die Stimmung zu ihren Gunsten entwickeln würde.


Folglich übernahmen die Alliierten eine defensive Strategie, welche sich auf die Maginot-Linie stützte. Die französische Armee sollte naiv abwarten, bis sich die deutsche Offensive an den Befestigungsanlagen bricht. Im schlimmsten Fall, erwartete man, dass die Deutschen die Befestigungen umgehen würden, indem sie Belgien überfielen. Oberst de Gaulle, der ein Befürworter der Nutzung von Panzern in massiven Formationen war, wurde als "Störenfried" bezeichnet und blieb ungehört.


Dank des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes, der 1939 unterzeichnet worden war, fühlte Deutschland sich abgesichert, nicht gegen die UdSSR, und somit an zwei Fronten gleichzeitig, kämpfen zu müssen. Angesichts der Defensive der Alliierten, entwickelte die deutsche Heeresführung eine offensive Strategie, gestützt auf Panzerdivisionen mit massiver Luftunterstützung.

BG/13-11-08


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