Der Schlachtplan der Deutschen - Fall Gelb



Fall Gelb lautet der Name des Angriffsplans der Deutschen. Im Jahre 1939 war es klar, dass die französische Strategie der Maginot Linie, die darin bestand die deutsch-französische Grenze zu schützen und den Feind über einen Angriff über Belgien zu zwingen, funktionieren würde.

Zwischen 1939-40, verfügte die deutsche Armee nicht über die geeigneten Mittel, um die Maginot-Linie, hinter der die Masse der französischen Armee stand, überwinden zu können. Die Deutschen hatten also keine andere Wahl als den Weg über Belgien zu suchen, die Franzosen wussten dies.

Um gegen diese Invasion aus dem Norden anzugehen, entwarfen sie nacheinander zwei Pläne einer belgischen Invasion, um die deutschen Truppen zu stellen.

Der erste war der Plan Escaut, der nur darin bestand, über den Fluß Escaut überzusetzen.

Der zweite Plan, der Dyle-Plan, war da schon mutiger: er bestand darin, weit nach Belgien vorzudringen, und den Fluß Dyle zu überqueren. Dieser Plan wurde dann auch in die Tat umgesetzt.

Die Deutschen trugen sich ebenfalls mit zwei Plänen: der erste beinhaltete eine Invasion Belgiens aus dem Norden, um den Franzosen entgegenzutreten. Daraus würde ein frontaler Zusammenstoß folgen. So hofften sie, die Franzosen Stück für Stück zurückdrängen zu können, in südlicher Richtung zur Somme. Ein klassischer Plan, der an den von 1914 erinnerte.

Aber Hitler, der sich für eine revolutionäre Strategie begeisterte, lehnte diesen zu klassischen und mit unsicheren Aussichten behafteten Plan ab. Unter seinem Einfluß wurde ein zweiter Plan entwickelt, der „Fall Gelbg. Dieser bestand aus einem Angriff Belgiens aus dem Norden mit wenigen Kräften, um die Franzosen weit ins Landesinnere zu locken. Die Hauptmacht sollte die Ardennen überqueren, die französische Front durchbrechen und dann zum Meer vordringen, und so die nach Belgien einmarschierten alliierten Kräfte einkesseln.

Der Plan hatte einen Schwachpunkt: falls die französische Armee stand hielt, konnte sie zum Gegenangriff ünbergehen und ihre rechte Flanke wäre zugleich von der Maginot-Linie geschützt. In diesem Fall wären es die deutschen Truppen, die Gefahr liefen, eingekesselt zu werden.

Aber Hitler war der Überzeugung, die französische Armee hätte keinerlei Manövrierfähigkeit, und er täuschte sich nicht.

Die Überraschung war also weniger strategischer als taktischer Art. Die Deutschen führten eine moderne Kriegsführung ins Feld, die haupsächlich auf der Zusammenarbeit zwischen Panzern, Luftwaffe und Funk bestand. Die Franzosen erlitten eine vorher nie gekannte Niederlage, da sie immer noch an den Kriegstechniken des vorangegangenen Krieges festhielten.

1870 waren die Franzosen in einen Krieg eingetreten, von dem sie glaubten er würde sich wie der im Jahre 1814 abspielen. 1914 wiederum glaubten sie, der Krieg gleiche dem von 1870. Und 1939 war es etwas dem 1.Weltkrieg ähnlichen, was man erwartete.

Somit führten die Franzosen immer einen Krieg, der schon lange nicht mehr in dieser Form bestand.

Die Generäle um Hitler, die wie er selbst 1914-1918 mitgekämpft hatten, waren wenig begeistert Frankreich anzugreifen. Aber die Stärken der deutschen Armee (Maschinisierung, Konzentration der Truppen, eine gegen Bodenziele sehr effektive Luftwaffe...) passten gut zu den Schwächen der Franzosen (Mangel an unterstützenden Flugzeugen, klassische defensive Strategie, Zersplitterung der Panzer etc.). Hitler, der mit einem zähen Kriegsverlauf rechnete, fand sich in einem extrem schnellen Krieg wieder, den er selbst in dieser Form nie erwartet hatte.

Heute wird oft gesagt, die französischen Panzer wären besser bewaffnet und gepanzert gewesen als die der Deutschen. Dies stimmt, doch es fehlte ihnen schlicht an Verlässlichkeit, Autonomie, zudem war ihre interne Organisation lächerlich.Wären die Deutschen mit französischen Panzern ausgestattet gewesen, wäre es ihnen nie gelungen zu tun, was sie vollbracht haben.

Selbst wenn Frankreich über die doppelte Menge an Panzern und über die vierfache Menge an Flugzeugen verfügt hätte, wäre das Ergbnis letztendlich das gleiche gewesen.







- zurück